Weltdiabetestag / Ich hatte Schwangerschaftsdiabetes

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Ungefähr jede 10. Schwangere entwickelt im Laufe der Schwangerschaft, meist zum Ende hin, einen Gestationsdiabetes, sagt meine Gynäkologin. Ich war eine davon. Letzte Woche hatte ich meinen Nachsorgetermin und habe nun endlich die Gewissheit, dass ich keinen Diabetes entwickelt habe, sondern, dass es wirklich lediglich Gestationsdiabetes war. Wie läuft so ein Nachsorgetermin ab und warum ist es wichtig ihn einzuhalten? Erzähle ich euch heute:

Aber fangen wir kurz am Anfang an. Ich war im 6.Monat schwanger als meine Gynäkologin einen Suchtest auf Diabetes veranlasste, der wird ja grundsätzlich rein pro forma gemacht. Eine Woche später bekam ich Post: „Liebe Frau Robinson, anbei eine Überweisung zum Diabetologen. Bitte machen Sie einen Termin in einer Praxis Ihrer Wahl aus um Ihren Gestationsdiabetes behandeln und überwachen zu lassen, Ihr Suchtest war positiv!“. BUUUUMS!!! Ich hätte niemals damit gerechnet, auch weil es mir so gut ging, daher schlug die Nachricht erstmal ein wie eine Bombe. Schokolade war zu diesem Zeitpunkt übrigens neben Manchego mein Hauptnahrungsmittel. Schlecht. Gaaaaanz schlecht! Also machte ich einen Termin aus, bekam ihn ohne große Wartezeit und durfte dann einen großen OGT-Test machen (OGT = oraler Glucose Toleranztest. Glucose = Zucker). Dafür trinkt man 300ml Glucosesaft. Lecker. Nicht. Er dauert 2 Stunden. Man darf 12 Stunden vorher nichts Essen und nur noch Wasser trinken. Man muss also nüchtern zum Termin erscheinen (der meistens morgens um 8Uhr stattfindet), bekommt dann erstmal Blut abgenommen und trinkt im Anschluss den „Saft“. Je nach einer und nach zwei Stunden wird einem erneut Blut abgenommen. Alle Werte müssen in einem bestimmten Normbereich liegen, liegt man darüber hat man Gestationsdiabetes. Mit diesem Test wird kontrolliert wie schnell die Glucose im Körper wieder abgebaut wird, daher die stündliche Kontrolle. Das mal kurz zusammengefasst zum Ablauf. Sollte die Testung positiv sein, wird man für Schulungen eingeladen damit man weiß wie man richtig seinen Blutzucker misst und was man wann essen kann und sollte – und das ist gar nicht so einfach, ihr glaubt gar nicht wo überall Zucker drin steckt (in Milch, Joghurt und Brot zum Beispiel!).

Mein Test war positiv und die Diagnose Gestationsdiabetes war bestätigt. Zwar nur schwach, somit musste ich mir kein Insulin spritzen, aber ich musste strenge Diät einhalten und vier Mal täglich meinen Blutzuckerspiegel kontrollieren. Morgens vor dem Frühstück, 60 Minuten nach dem Frühstück, 60 Minuten nach dem Mittagessen und 60 Minuten nach dem Abendessen. Zwischenmahlzeiten? Gemüse! Süßes? Nö! Ging aber nicht immer, daher gönnte ich mir ab und an ein wenig Schokolade wenn der Abendwert im Normbereich war und spazierte danach noch eine große Runde – denn Bewegung senkt den Blutzuckerspiegel (klar, denn wer sich bewegt, der verbraucht Energie). Dass ich mich damit ein wenig selber betuppt habe weiß ich, aber ich habe es nun mal so gemacht. Außerdem war da auch grade Vorweihnachtszeit und an allen Ecken duftete es köstlich nach Lebkuchen, Plätzchen und Co. Da war der Verzicht wirklich doppelt schwer.

Mit der Geburt ändert sich der Hormonspiegel wieder und bei den meisten Schwangeren reguliert sich damit auch der Insulinhaushalt innerhalb kürzester Zeit, so auch bei mir. Ich sollte laut meines Diabetologen ab der Geburt nicht mehr meinen Blutzuckerspiegel kontrollieren und konnte wieder essen was ich wollte. Und natürlich habe ich da alles nachgeholt! „Karen, sollen wir dir etwas mitbringen wenn wir dich in der Klinik besuchen kommen, brauchst du etwas?“ – „Ja, Schokolade! Und Lebkuchen! Und Cola! Danke!“

Die Monate verstrichen, aber im Hinterkopf klopfte immer mal wieder die Erinnerung an den Gestationsdiabetes. Als ich dann letztens den Badezimmerschrank aufräumte fand ich das kleine schwarze Täschchen das mein Blutzuckermessgerät beherbergt, das ich nach der Geburt einfach in den Schrank pfefferte. Und da kam dann auch der Gedanke auf, dass ich das ganze nochmal kontrollieren lassen sollte, schließlich entwickelt ungefähr jede zweite Frau innerhalb von acht Jahren nach der Geburt einen Diabetes mellitus Typ 2 wenn sie in der Schwangerschaft Gestationsdiabetes hatte. So zumindest mein Diabetologe.

Also war ich letzte Woche bei meinem Diabetologen und trank erneut 300ml Glucosesaft. Der Ablauf war identisch mit dem während der Schwangerschaft. Meine Werte waren optimal und ich kann nun gewiss sein, dass ich gesund bin. Zumindest momentan. In drei Jahren darf ich wieder antreten, denn man spricht ja von acht Jahren nacht er Geburt, in denen sich ein Diabetes entwickeln kann. Aber mit dem Wissen bin ich nun erstmal beruhigt.

Was kann man tun um nicht an Diabetes zu erkranken? Man sollte einen gesunden BMI haben, zwei Mal wöchentlich Sport machen und sich gesund und ausgewogen ernähren, außerdem nicht rauchen und wenig Alkohol trinken. 100%ig kann man es damit nicht vermeiden, aber man hat eine deutlich höhere Chance nicht an Diabetes und seinen Folgekrankheiten zu erkranken. Wer sich gerne mehr über Diabetes und Gestationsdiabetes informieren möchte kann das HIER tun.

Allen Schwangeren die diesen Bericht lesen und gerade an Gestationsdiabetes erkrankt sind kann ich Folgendes raten: Haltet durch, der Zeitraum ist klar begrenzt, ihr schafft das! Und solltet ihr absolut Heißhunger auf Schokolade haben: Die Bio-Schoki ohne Zucker schmeckt nicht, braucht ihr gar nicht ausprobieren! Ich habe das ausprobiert und war sehr enttäuscht, ich dachte wenn Schokolade drauf steht muss auch Schokolade drin sein…ja, ist sie ja auch, in absolut natürlicher Form und von Natur aus schmeckt Kakao nunmal bitter. Bei Kuchenrezepten einfach den Zucker weglassen? Schmeckt ebenfalls nicht, außerdem stecken in den sonstigen Zutaten wie Mehl, oder Milch so viele BE, das man damit dann auch noch seinen BZ-Wert erhöht. Lohnt sich nicht! Man sollte in der Schwangerschaft zwar nicht zu viel Cola light oder Zero trinken, aber wenn gar nichts mehr geht und bevor ihr über die Tafel Schokolade herfallt trinkt ihr halt eine von denen! Oder kauft euch die zuckerfreien Werther´s Echte. Aber auch die bitte in Maßen und nicht täglich! Und wie gesagt, durchhalten, ihr schafft das!

 

 

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