MiniJ geht nun in den Kindergarten – wie lief die Eingewöhnung?

Erinnert ihr euch noch an den Abend an dem ich spontan meine Gedanken vor Eingewöhnungsstart im Kindergarten mit euch teilte? Ich hatte Bedenken, Ängste und machte mir ziemlich viele Gedanken. Nun geht der Mini ja schon einige Wochen hin und es wird Zeit mal die Phase nach der Eingewöhnung und alles rund um die Eingewöhnung festzuhalten:

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Zu aller erst muss ich glaube ich nochmal erwähnen, dass es kein richtiger Kindergarten ist. Wir sagen zwar immer „Kindergarten, oder KiTa“ – das hat sich die letzten Wochen irgendwie so verselbstständigt – aber eigentlich ist es eine Kindergruppe, die von zwei befreundeten Frauen (einer Tagesmutter und einer Erzieherin) seit fast 10 Jahren, bei uns um die Ecke, geführt wird. Von der Ausstattung, Lage und von den Abläufen her aber absolut würdig als Kindergarten bezeichnet zu werden. Bei Tagesmutter denke ich selbst halt eher an einen Privathaushalt in dem sich jemand noch um ein (oder mehrere) weitere(s) Kind(er) kümmert. Und halt nicht an ein großes, separates Spielzimmer mit Essecke, mit eigenem Hauseingang, einem Vorzimmer in dem sich die Garderobe befindet und einem riesigen Garten der wie ein Spielplatz eingerichtet ist. 2 Erwachsene, 9 Kinder bis 3 Jahre – meiner Meinung nach ein perfekter Start in die Fremdbetreuung – vorausgesetzt das Kind ist soweit.

Wie lief die Eingewöhnung ab? Für die Eingewöhnung wurden ungefähr drei Wochen eingeplant, +/- die Zeit die jedes Kind individuell braucht – später erfuhr ich an anderer Stelle, dass man dieses Modell wohl „Berliner Modell“ nennt, allerdings habe ich mich nie erkundigt ob unsere Tagesmutter dieses Modell angewandt hat, oder ob es einfach ein Modell aus ihren Erfahrungswerten ist. Mir war einfach nur wichtig, dass alles sensibel und gut abläuft.

Die ersten Tage blieb ich die ganze Zeit bei ihm, nach ein paar Tagen verabschiedete ich mich für ein paar Minuten zum Ende der Zeit hin, anschließend holte ich ihn dann ab. Peu à peu wurde die Zeit verlängert, die Zeit ohne Mama wurde auch länger und irgendwann blieb ich gar nicht mehr bei ihm. Nach drei Wochen blieb er bereits die gesamte Zeit dort. Für mich war das unfassbar schnell – ich dachte es dauert länger.

Unsere Hilfsmittel für die Eingewöhnungszeit: Wir bekamen bei einem Kennenlernnachmittag eine Liste mit den Dingen die wir für die Eingewöhnungszeit beachten und besorgen sollten. Unter anderem stand auf dieser Liste auch der Punkt „Kuscheltier, Schnuffeltuch, Schmusedecke“. Wir dachten das wäre für uns unwichtig, denn der Mini hatte bis dato sowas nich eher nicht gebraucht – mittlerweile sind wir absolut davon überzeugt, dass ein Kuscheltier ungemein bei der Eingewöhnung helfen kann. Unser Teddy saß nun fast zwei Jahre in der Spielzeugkiste und es wurde NIE mit ihm gespielt, oder gekuschelt. Seit der Eingewöhnung sind MiniJ und sein Teddy unzertrennlich. Es gibt Vormittage an denen lässt er ihn keine Sekunde aus dem Arm!

Aber nicht nur ein Teddy kann helfen. Unsere Erfahrung der letzten Wochen hat uns gezeigt, dass alleine schon die Abläufe am Morgen zuhause und die Gespräche die Eingewöhnung erleichtern können! Der Morgen verläuft bei uns immer entspannt und ruhig ab – egal wie spät wir dran sind! Dann bringe ich ihn lieber 10 Minuten zu spät hin, als dass er den Stress am Morgen aufnimmt und sich dann nur schlecht trennen möchte. Ein ruhiger, entspannter Ablauf am Morgen suggeriert ihm einfach, dass alles so läuft wie es soll bis hin zu, dass es absolut ok ist, dass Mama ein paar Stunden lang nicht an seiner Seite ist. Zusammen frühstücken verbindet, lächeln gibt Sicherheit (auch ein Morgenmuffel wie ich kann lächeln!) und wir sprechen immer schon beim Anziehen vom Kindergarten und dass man dort ganz viel spielen, bauen und mit Autos fahren kann. Und auf der Autofahrt wird dann nebenbei noch erwähnt, dass Mama dann wieder fährt und ihn später wieder abholt.

Was auf jeden Fall vermieden werden sollte sind Worte wie SCHLIMM, ALLEINE, WEINEN. Zum Beispiel „und das ist gar nicht schlimm, dass Mama dann wieder geht“, oder „du brauchst dann auch gar nicht weinen wenn du dort alleine bleibst“. Das Kind versteht dann eh nur die Signalworte und nicht das was man eigentlich damit sagen wollte.

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Und auch Mama muss sich eingewöhnen! Natürlich habe auch ich eine Art Eingewöhnungszeit hinter mir. Auch ich brauchte meine Zeit mich daran zu gewöhnen mein Kind nicht mehr 24 Stunden um mich zu haben. Mein Kind in Fremdbetreuung zu geben. Fremden Leuten zu vertrauen. Das Gedankenkarussell abzuschalten. Was mir geholfen hat? Ein Anruf der Erzieherin die merkte, dass ich mir schwer tat, dass ich ein schlechtes Gewissen hatte, dass ich unsicher war. Sie rief mich in ihrer Pause an und riet mir, morgens einfach mal länger im Vorraum stehen zu bleiben und zu lauschen ob er anfangen würde zu weinen. Außerdem sollte ich mal ein paar Minuten abwarten und dann mal durch´s Fenster schauen um zu sehen, dass der Mini absolut vertieft am Spielen ist wenn ich weg bin. Und das tat ich. Selbst wenn er morgens in den ersten Tagen auf meinem Arm weinte wenn wir uns verabschiedeten (er dann aber trotzdem alleine mit Teddy im Arm rein lief), war alles wieder gut sobald ich weg war. Die Tür war zu und er hörte sofort auf zu weinen. Er merkte halt, dass ich mir schwer tat und lebte quasi meine Emotion in den Momenten aus als wäre er mein Ventil. Sie riet mir für ihn stark zu sein und loszulassen. Klappte. Und das Weinen am Morgen verschwand dann ganz schnell.

Wie gefällt es MiniJ dort? Ich kann es natürlich nur erahnen, weil er mir einfach noch nicht kreisrund von seinem Tag berichten kann. Wenn ich ihn frage sagt er „gut“. Frage ich gezielt, ob es ihm im Kindergarten gefällt antwortet er mit „Ja“ meist gepaart mit einem „Spielen“, oder „Spaß“. Tagesmutter und Erzieherin sagen von alleine und auf Nachfragen hin immer, dass er sich super macht (auch schon während der gesamten Eingewöhnungszeit) und dass sie überhaupt keine Bedenken haben, dass es ihm nicht gefallen könnte. Ich habe keine Vergleiche, da es mein erstes Kind ist, das erste mal ist, dass ich fremdbetreuen lasse und überhaupt auch die erste Einrichtung ist, in die ich mein Kind gebe. Ich glaube, dass es ihm wirklich gefällt und dass er dort riesigen Spaß hat, vor allem auch weil er endlich mit anderen Kindern Zeit verbringt. Und er hat in diesen ersten Wochen schon so unfassbar viel gelernt! Er isst nun größtenteils mit Besteck und konzentriert sich auch auf´s Essen, jeden Tag nutzt er neue Worte und spricht neuerdings auch in kurzen Sätzen.

Wie gefällt es mir als Mama? Ich hätte ihn gerne länger zuhause behalten, aber weiß absolut, dass er Kinder um sich braucht und dass ich ihm nicht das gleiche Spielerlebnis bieten kann wie dort mit 8 Kindern. Und Spielen ist so wichtig in diesen jungen Jahren. Klar, ist Mama auch wichtig. Aber speziell bei ihm würde ich sagen, dass es genau das Richtige war ihn dort anzumelden. Alleine schon die Fortschritte die er in der kurzen Zeit bisher gemacht hat sind enorm (nicht dass wir irgendeinen Lernfaktor einkalkuliert hatten, auf gar keinen Fall!). Und natürlich genieße ich diese freien Vormittage als Mama, da ich ja derzeit nicht arbeite. Ich kann dadurch vor der Geburt von Mini2 nochmal ein paar Wochen lang abschalten und mich entspannen. Und ich weiß das absolut zu schätzen.

Würde ich es wieder so früh machen? Muss ich mit einem JEIN beantworten. Der Mini fehlt mir schon ziemlich arg muss ich zugeben. Aber wie oben und schon mehrfach erwähnt, denke ich, dass es das absolut Richtige ist und dass er einfach soweit ist, auch wenn er noch keine zwei Jahre alt ist. Bei Mini2 werden wir das ganze dann wieder individuell betrachten und wenn Mini2 erst mit 4 Jahren soweit sein wird in den Kindergarten zu gehen, dann darf er gerne so lange Zuhause bleiben. Ich würde mein Kind in diesen frühen Jahren niemals dazu zwingen eine stundenweise Trennung akzeptieren zu müssen.

Wie lief die Eingewöhnung bei euch ab und wie geht/erging es euch damit?  Und wie alt waren/sind eure Kinder?

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