MamaSein // Die Freibad-Welt rund um´s Babybecken

Freibad mit Kleinkind ist etwas ganz anderes als man es aus der Zeit ohne Kind kennt! Das haben wir Ende Mai dann auch mal erkannt und es war ziemlich interessant in diese neue Freibad-Welt rund um´s Babybecken einzutauchen! Was für Gespräche man dort ungewollt mitbekommt; wie andere Mütter mit ihren Kindern umgehen; was für einen Zirkus manch eine Familie um´s Windelwechseln macht; übrigens : Bodyshaming Fehlanzeige! und was man auf jeden Fall zuhause schon mal vorbereiten kann und sollte… Das erzähl ich euch heute mal:

Letztes Jahr war Janosch noch mit einem schattigen Platz, seinem Spielzeug auf der Krabbeldecke, hin und wieder Stillen und viel Schlafen zufrieden. Ein Jahr später haben wir uns beim ersten Freibadbesuch dieses Jahr zwar wieder einen Platz in unserer bekannten Ecke im Freibad gesucht, aber haben die meiste Zeit am Babybecken verbracht. Beim zweiten Freibadbesuch, letzte Woche, haben wir uns dann direkt einen Platz am Babybecken gesucht. So konnte einer mit Janosch das Babybecken erkunden und der andere ruhte sich in der Zeit aus.

So ein fester Platz direkt am Babybecken wirkt übrigens wie eine Abschirmung zur Freibadwelt der Erwachsenen! Liegt man am Babybecken bekommt man nichts anders mehr mit außer das was sich in der riesengroßen Wasserpfütze vor einem abspielt. (Bauchklatscher vom 10er? Wer?! Hab ich nicht gesehen. Mir ist da wohl in dem Moment grade ein klitschnasses Kind über meine Pommes gerannt.) Könnte daran liegen, dass der Babybereich meist mit einem Zaun geschützt ist hinter dem meist noch eine große Hecke steht. Könnte daran liegen, dass man, sobald man zu einem Elternteil wird, auch dann die Augen auf den Nachwuchs richtet wenn man gerade keinen Dienst hat – so ganz unterbewusst. Sobald man durch dieses Tor geht, ist man in einer anderen Welt!

Und was macht man mit Kind im Freibad? Was ganz anderes als man früher ohne Kind gemacht. Lag ohne Kind die Erholung und das Bräunen auf dem Laken und das Abkühlen hin und wieder an erster Stelle, ist es mit Kind eher andersrum. Mit Kind bist du die ganze Zeit am Wasser – somit aber auch die ganze Zeit, nebenbei, am Bräunen. Liegen ist nicht. Kind rennt in der Zeit weg in der du es dir soeben bequem machen möchtest. Zeitung lesen am Platz? Vergiss es. Es sei denn du hast den Papa dabei mit dem du dich mit dem Plantschen abwechselst, aber dann liest man auch nicht in der Zeitung sondern liegt mattengerade am Platz und versucht evtl. sogar ein Powernap wenn man frei hat – wenn das denn zwischen all dem Kindergeschrei klappt. Eigentlich sitzt man dann einfach auf seinem Handtuch und schaut dem Mini und dem Papa zu, ist ja auch ziemlich süß wenn der Mini sich so über das Wasser und sein Wasserspielzeug freut!

Mit Kind geht man nicht mehr zum Entspannen ins Freibad, sondern um dem Kind etwas zu bieten, um es zu bespaßen, um ihm die Hitze erträglich zu machen, um selbst nebenbei eine Erfrischung zu bekommen.

Hat man dann aber doch mal ein paar Minuten für sich, weil das Kind nebenan mit anderen Kindern spielt, oder weil der Papa grade Dienst hat und kann man dann echt mal eine wenig abschalten und sich umschauen und beobachten, dann fällt einem auf wie unterschiedlich Eltern eigentlich sein können! Da gibt es Eltern die ihrem Nachwuchs mit Stullen und Getränken im Becken hinterhertapsen (stellt euch so einen Werkzeuggürtel vor, der würde sich für solche Eltern gut machen!) und die am liebsten mit Absperrband einen Quadratmeter des Beckens für ihr Kind absperren würden. Dann gibt es aber auch Eltern die ihre Einjährigen völlig unbeaufsichtigt durch den Bereich tapsen lassen. Einjährige die den Tag nur ohne schlimme Zwischenfälle überleben weil andere Eltern eingreifen und die Kinder quasi vor´m Ertrinken retten (Aber glaubt nicht, dass diese Eltern daraus lernen, nö, die machen das immer so weiter! Ist ja leider, bzw. Gott sei Dank, immer wer da der eingreift.) Weiterhin gibt es Eltern die ihr Kind im Schatten mit LSF 50 eincremen, dem Kind einen langärmligen Sonnenschutzeinteiler anziehen und natürlich auch einen Sonnenhut mit Schleifchen unter dem Kinn und dieser Hut wird natürlich nicht nass gemacht. Gott, muss das warm sein! Aber ist immerhin noch besser als die Eltern die ihr Kind gar nicht eincremen und stundenlang in der Sonne spielen lassen und sich am Abend wundern warum der Rücken denn soooooo rot geworden ist. (Wir cremen Janosch übrigens immer (und je nach Uhrzeit und Tag auch mehrfach) mit LSF 50 ein, mehr machen wir aber nicht, kein Taucheranzug, kein Sonnenhut). In der Freibad-Welt rund um´s Babybecken gibt es wirklich alles an Elterncharakteren was man sich vorstellen kann! Aber wir ergänzen uns somit ganz gut. Gut für alle quasi!

Einen Punkt hab ich übrigens den ich unbedingt noch zum Thema Freibad mit Kind ansprechen möchte, bevor es weiter unten noch meine Tipps für die perfekten Stunden mit und im Freibad gibt: Am Babybecken gibt es kein Bodyshaming! Gibt es nicht und hat es nicht zu geben! Wenn ich mich letztes Jahr 6 Monate nach der Geburt mit noch ordentlich Bauch auf der anderen Seite des Absperrzaunes befand, war ich immer ordentlich damit beschäftigt meinen Bauch einzuziehen, oder habe ein weites Oberteil getragen weil es mir unangenehm war, weil man ja doch immer wieder auch Blicke anderer mitbekommt (oder falsch interpretiert) und denen ist egal wie lange, oder kurz die Geburt deines Kindes zurückliegt! Mein Selbstbewusstsein war da einfach mal noch nicht wieder so stark und ja, das hat mich fast davon abgehalten ins Freibad zu gehen! Wenn man zwischen all diesen 20jährigen, kinderlosen, gebräunten Figuren sitzt ist positiv denken einfach nicht so einfach gewesen. Wäre ich mal letztes Jahr schon zum Babybecken gewechselt! Dort ist es nämlich ganz anders! Wer da sitzt, spielt, liegt der hat zu 99% ein Kind bekommen (die meisten Mütter gehen alleine ins Freibad, da die meisten Väter zu der Zeit arbeiten sind!) und alle haben das gleiche Problem! Viele ziehen trotzdem keinen Bikini an, entscheiden sich für einen Badeanzug, oder ein T-shirt, aber wertende Blicke gibt es dort nicht! Höchstens bewundernde Blicke für den Mut, oder den Respekt. Aber nie abwertend! Mütter, so unterschiedlich sie sind und so viel in anderen Situationen auch übereinander getuschelt wird, empfinden wir im Freibad in Puncto Body einfach nur Respekt und Verständnis für einander! Und eigentlich hat man für solche Blicke auch gar keine Zeit, man spielt ja mit seinem Kind.

Und kommen wir nun schnell noch dazu was man vorbereiten kann und an was man denken sollte wenn man mit Kind ins Freibad geht und ein paar Tipps die sich bei uns bewährt haben:

  • Sonnenschutz dem Hauttyp entsprechend!
  • Snacks und ausreichend Getränke
  • Zuhause schon eincremen, dann kann das Kind direkt losplantschen!
  • zuhause schon Badesachen anziehen (Kind und auch Eltern), dann spart man sich das lästige umziehen in den engen Kabinen!
  • Wasserball mitnehmen, Wasserspiele mitnehmen!
  • Eine wasserfeste Tasche ist am Babybecken von Vorteil, dort spritzt es aus allen Himmelsrichtungen!
  • Geld nicht vergessen, ein Eis heilt alle Wunden wenn mal jemand ausrutscht (kann man halt nicht vermeiden, auch wenn das Kind Antirutschschuhe trägt) außerdem: was wäre Freibad ohne Pommes mit Mayo?!
  • Schaut mal ob euer Freibad eine Saisonkarte anbietet, man kann damit ganz viel Gel sparen und im Übrigen auch Zeit, denn mit so einer Karte kann man an den langen Kassenschlangen vorbeigehen!

 

 

 

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.