MamaKolumne // Freunde kommen und gehen, Kinder bleiben

Heute gibt es mal wieder ein paar Gedanken und Gefühle in Schriftform von mir und zwar zum Thema „Freunde kommen und gehen, Kinder bleiben“. Denn auch wenn man es sich fest vornimmt, man ändert sich wenn man Mama wird. Meist zum Besseren, aber auch das bedeutet Veränderung und nicht jeder Freund kommt damit zurecht. Bei uns persönlich ist nichts Dramatisches passiert weshalb ich nun diesen Blogpost schreibe, wir haben durch unseren Mini auf jeden Fall eher noch Freunde dazu gewonnen, oder alte Freundschaften wieder aufleben lassen können. Aber man hört es ja leider immer wieder. Und jetzt wo Baby Nummer 2 unterwegs ist mache ich mir darüber natürlich wieder Gedanken. Wie wird das? Was ist wichtiger? Habe ich da überhaupt einen Einfluss drauf?

Man ist seit dem Kindergarten befreundet und denkt da kommt nichts zwischen, dann wird man schwanger und kurze Zeit später Mama und irgendwie ändert sich das ganze Leben und neue Freunde kommen dazu und ein paar alte tauchen ab… passt halt nicht mehr. Passiert überall. Passiert das auch mit der besten Freundin? Ja, natürlich. Das passiert egal wie lange man sich bereits kennt und egal was man zusammen alles schon erlebt hat. Muss nicht, kann aber passieren.

Das kann alleine schon am „Nicht-oder-zu-spät-antworten auf Messages“ liegen! Wenn man selber noch keine Kinder hat und auch als wir noch keine Kinder hatten, hat man sich darüber gar keine Gedanken gemacht und war einfach nur irgendwie pissed. Man hat sich vielleicht mal gewundert warum denn nicht mal eben kurz eine Nachricht zurück kommt und man vielleicht sogar zwei Tage auf eine Antwort warten musste. Selbst auf ein „Ja“. Warum das ganze so passiert erfährt man dann selber erst wenn man eigene Kinder hat. Entweder vergisst man es einfach, oder schafft es schlichtweg nicht mal diese zwei Buchstaben zu tippen, oder man tippt sie und schickt die Nachricht nicht ab! Ist mir alles schon passiert. Selbst wenn man es schafft seine Nachrichten alle zu lesen, kommt dann meist irgendwas dazwischen bevor man eine Antwort tippen, oder abschicken kann. Und drei tage später sitzt man abends dann da und dann fällt es einem auf…meistens ist es dann zu spät.

Überhaupt versteht man Vieles erst wenn man selber Kinder hat. Warum junge Eltern abends keine Zeit mehr haben für Verabredungen und warum man im ersten Jahr meistens alle abendlichen Einladungen absagt? Warum man über Mittag keine Zeit für ein Lunchdate mit der besten Freundin hat? Warum man müde ist, aber trotzdem nicht dann schläft, wenn das Baby schläft? Warum man gefühlt zu nichts mehr Lust hat? Weil man einen Zwerg zuhause hat der Mittags und Abends feste Schlafzeiten und Routinen einhalten sollte, weil man auch mal einfach alleine sein will (man ist mit Kind nämlich in erster Zeit niemals alleine! Und manchmal braucht man das.) Und weil man, zumindest im ersten Jahr, vor allem wegen Schlafentzug, tatsächlich zur Couch Patatoe wird! Nehmt das hin, liebe kinderlose Freunde! Akzeptiert das! Bietet Frühstücksdates an, Kaffee am Nachmittag (mit variabler Zeitabsprache), oder Besuche zuhause und zieht solidarisch einfach auch einen Pyjama oder Hoodie an – akzeptiert aber wenn trotzdem eine Absage kommt. Das wird sich auch wieder ändern, denn man geht sich als Mama, oder Papa, selbst damit auf den Keks und will irgendwann von ganz alleine mal wieder was anderes als den Wickeltisch, oder die Waschmaschine sehen.

„Freunde hat man nicht für´s Leben, aber seine Kinder!“ Schießt es mir durch den Kopf wenn ich mal wieder darüber nachdenke. Und wenn die Freunde dann doch ein Leben lang bleiben, dann hat man sie meist eh schon in die Familie aufgenommen und sieht sie eher als Schwester und Bruder an! Solche Freundschaften halten dann auch wenn das Wochenbett drei Monate dauert und man sich im ersten Babyjahr ganze null mal von selbst meldet und es scheint als hätte man selbst kein Interesse mehr an der Freundschaft! Solche Freundschaften halten dann doch ein ganzes Leben. Oder zumindest bis zum zweiten Kind, wir werden sehen 😉

Und bei allen anderen sollte man sich keinen Stress machen. Freunde kommen und gehen, aber Kinder bleiben! Und irgendwann haben diese Freunde, die sich verabschiedet haben, vielleicht selber mal Kinder und können die Lage von damals dann nachvollziehen und melden sich von ganz alleine wieder. Oder eben nicht. Muss man einfach so hinnehmen, kann man eh nicht ändern. Plus und Minus aneinander drücken kostet Kraft. Muss jeder selber entscheiden, ob sich die Mühe lohnt, oder eben nicht…denn umpolen kann man sich nur selbst.

Also beruhige ich mich selbst: Es wird alles so kommen, wie es eben kommt und alles wird so sein, wie es soll! Und alle unsere Freunde gehören zur Familie – damit das klar ist 😉

5 Kommentare

  1. Selbst ohne Kinder muss man feststellen, dass Freundschaften gehen. Damals als meine Freunde eine eigene Wohnung hatten und ich noch bei Mama lebte, wurde ich bereits ausgeschlossen. Dann kommen die Pärchen, die nichts mit Singles zu tun haben wollen… es kann immer so weiter gehen. Ich bin gespannt daurauf zu sehen, wenn ich mal einen Mini bekomme…

    1. Da hast du absolut recht, das betrifft definitiv nicht nur die Neu-Eltern und ihre Freunde. Aber ich wollte explizit zu diesem Gedanken etwas niederschreiben, einfach weil es mich da beschäftigt hatte. Freue mich auf Freitag!

  2. Ohja, das ist tatsächlich so ein Thema, dass ich selbst immer wieder feststelle.
    Obwohl ich es natürlich auch schade und traurig fand, kann ich es zum Teil auch verstehen.
    Die Leben entwickeln sich in verschiedene Richtungen, die primären Interessen gehn auseinander und der Terminkalender sieht auch ziemlich unterschiedlich aus. Dass da nicht jeder mithält ist absolut menschlich.
    Und auch, wenn es im ersten Moment der Erkenntnis schade ist, hat es auch etwas Gutes.
    Man weiß eben auch, auf welche Freunde man sich tatsächlich verlassen kann und wer eben nicht bei jedem Pups das Weite sucht. Diese „natürliche Auslese“ hat also auch etwas positives. 🙂

    1. „natürliche Auslese“ Trifft es echt total gut. Und ja du hast recht, es hat natürlich auch etwas Gutes – traurig ist es trotzdem!

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