Kolumne // Was in der (Mode-) Bloggerwelt momentan schief läuft!

Chloe Susanna Boots, Gucci Dionysus Bag, dazu noch ganz viele Ruffles, Puffles und Zuffls… geht mir dieser Einheitsbrei auf den Sack! Ich lasse hier heute ein bisschen Dampf ab zu der momentanen Modeblogger-Sphäre, zu den ständig gleichen Feeds auf Instagram, Fakezahlen, gekaufte Follower, Supportgruppen und mal schauen wo es mich gedanklich noch hinführen wird, ich schreibe heute zu später Stunde einfach mal drauf los:

Wie ich da jetzt zu komme? Ich habe eben mal ein wenig durch Facebook gescrollt, da ich gerade alleine Zeit für mich habe, der Schwangerbauch ein wenig Füße hochlegen brauchte und ich gerade kein gutes Buch mehr im Haus habe was gelesen werden will. Da entdecke ich wie eine Agentur (die auch bekannte Bloggertreffen organisert) einen Blogpost einer Newcomerin teilt und somit pusht, die das erste Mal auf der Fashionweek in Berlin unterwegs war und deren Outfit natürlich aus oben aufgezählten Teilen bestand. Zusätzlich hatte sie scheinbar noch einen Fotografen dabei und setzte den berühmten „Bloß kein Lächeln andeuten“-Blick auf. So 08/15, mehr 08/15 geht schon gar nicht mehr. Ich habe noch nie etwas von ihr, oder ihrem Blog gehört, warum wird ihr Blogpost dann dort geteilt? Wahrscheinlich hat sie das Bloggertreffen in höchsten Tönen gelobt, oder sich diesen Pusher gekauft (was in Zeiten in denen Likes, Follower, ganze Accounts und Kommentare ja eh schon gekauft werden, gar nicht so weit hergeholt wäre…).

Ich bin gerade fast am platzen wegen dieser Kleinigkeit, das liegt aber nicht an der einen Sache an sich, sondern hat sich nun Wochen und Monate angestaut und MUSS jetzt mal raus.

Und überall Designerhandtaschen. Woher haben diese ganzen Kids das ganze Geld dafür? Oder sind es ausschließlich die, deren Eltern dafür aufkommen? Nein, man leiht sich jetzt Taschen. Wisst ihr wie oft ich schon darüber nachgedacht habe mir in einem dieser Onlineshops, wo man sich die ganzen Designertaschen leihen kann, mal ein paar zu bestellen, tausend Fotos damit zu produzieren und sie dann immer mal wieder auf meinen Accounts zu nutzen? Was mich davon abhält? Mein Gewissen, mein Stil und mein Sinn für Gerechtigkeit. Wo bleibt denn da der eigene Stil wenn man wirklich jeden verdammten Trend mitmacht und jede verdammte Designertasche trägt? Das ist doch kein Modeblogger, wer einfach vorgelebte Looks 1 zu 1 kopiert! Ob sich da nicht auch ein wenig Neid in meinen Worten widerspiegelt? Ja klar, klar bin ich irgendwo neidisch darauf, dass man mit so etwas Erfolg haben kann, weiß aber auch dass ich mich damit nicht auf Dauer anfreunden könnte und will Erfolg nicht auf solchen Lügen basierend aufbauen. Oh und es gibt ja mittlerweile auch noch diese unfassbar dreisten Fälschungen! Die Onlineshops die die komplette Tasche kopieren, nur halt einfach keinen Designer draufgeben und somit scheinbar legal sind…Und es gibt viel zu viele die diese Taschen dann auch noch kaufen und stolz präsentieren! Mädels, rafft ihr es nicht?!

Außerdem reist man heute zu seiner ersten Fashionweek mit einem eigenen Fotografen an dem man einen klaren Auftrag in Sachen Corporate Bildsprache à la 08-15 Instagram gibt! Aber die Guten vergessen dabei eine Kleinigkeit: Schöne Blogger-Fotos sind nicht einfach nur unscharf im Hintergrund, haben eine gewisse Helligkeit, starken Kontrast und beinhalten eine nebenbei platzierte Werbung eines Billigproduktes für das man niemals nie Geld sehen wird…Waschmittel, Tee oder ähnliches.

Und dann dieses ganze Follower, Reichweite, Klicks, Kommentare, Likes und Shares kaufen! Brauche ich denke ich nicht weiter drauf eingehen, ist ja mittlerweile ziemlich platt getreten das Thema, aber auch das regt mich auf! Ich warte echt quasi täglich sehnlichst darauf, dass diese Traumwelt platzt und Instagram alle Fake Accounts löscht (und dies dann stetig auch weiterhin tun wird) und alle 100K plötzlich nur noch ihre 1000 echten Follower haben und dann scheiße da stehen. Oh wie sehr ich denen das wünsche. Vor allem denen die sich auch noch so peinlich über ihren gekauften Erfolg freuen und am besten noch ein Giveaway für „meine Follower“ als Dankeschön veranstalten, weil „ihr seid einfach die besten und zusammen haben wir die 28K geknackt!“. Nur schade, dass die ganzen 28K wahrscheinlich gar nicht deine Sprache sprechen und dich nicht verstehen wenn du ihnen dankst…

Habt ihr schon mal was von Supportgruppen gehört? Das sind, zumeist, What´s App Gruppen in denen eine große Runde von Bloggern teilnimmt, ihre Bilder und Blogposts dort untereinander teilt und via Gruppenzwang alles geliket und kommentiert wird, auch auf Instagram. Ich nenne es mal Gruppenzwang, weil es eigentlich nichts anderes ist, denn jeder der Mitglied in so einer Supportgruppe ist verpflichtet sich dazu. So kommt es dann auch, dass in den ersten Minuten 1000 Likes auf ein Bild bei Instagram einhageln und 150 Kommentare und den Rest des Tages dann nichts mehr! Niente. Aber reicht ja, dass dort einfach nur eine Zahl X steht, die nicht wirklich da steht sondern nur gefaket!

Und das schlimmste an dem ganzen Dilemma ist, dass JEDER darüber Bescheid weiß, schwört niemals sowas getan zu haben, niemals was gekauft hat und es wirklich ganz schlimm findet! JEDER weiß es. Agenturen, Kunden, Blogger, manche Leser auch – das ganze ist nämlich bereits im privaten Sektor angelangt. Und was geschieht? Nichts. Wird scheinbar sogar akzeptiert. Dass die Kunden und PR Agenturen sich damit aber selbst schaden können und zukünftig sicherlich auch werden…scheint egal zu sein. Zahlen zählen. Egal ob echt, oder gefaket. Die Kunden werden nur irgendwann merken, dass sich die Zahlen rötlich färben je länger sie mit XY zusammenarbeiten…oder sie reden es sich dann auch schön.

Kommen wir zu Influencern. Und Instagram-Bloggern. Ja, Dinge entwickeln sich weiter und eigentlich ist das ja auch alles gut – aber bitte, man kann uns alle doch nicht über einen Kamm scheren! Macht man bei Schauspielern, Moderatoren und Wetteransagern ja schließlich auch nicht – die arbeiten alle in der TV-Landschaft und wir alle irgendwie im Internet, aber mehr Querschnitt ist da nicht wirklich…

Und wenn man sich so dermaßen über den ganzen Quatsch aufregt, vergisst man dann auch noch an manchen Tagen, dass Instagram niemals so wichtig sein darf! Der eigene Blog ist viel wichtiger, eine beständige Sache, etwas das nicht von heute auf morgen verschwinden könnte weil ANDERE Leute entscheiden, dass es so sein soll. Also muss ich echt aufhören mir wegen sowas schlechte Laune zu bescheren – aber das ist echt schwierig wenn man nicht anders vorankommt…als mit FAKE.

 

 

3 Kommentare

  1. Krasse und vor allem sehr wahre Worte! Man kann es sich echt einfach machen, doch wozu? Man hat sich fen Erfolg, der im Endeffekt kein Erfolg ist, gekauft und nicht erarbeitet.

    Die Ehrlichen werden dann bestraft, weil die Zahlen nicht passen. Traurig diese Entwicklung…

    1. Jap, das ist wirklich traurig!
      Irgendwann werden diejenigen aber sicherlich in den dadurch selbstgeschaufelten Graben fallen – da will ich und muss man ja auch irgendwie, feste dran glauben. Sonst verzweifelt man echt bis dahin…

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