Geburtsbericht // Lange Einleitung und schnelle Geburt

Am MOMday, der regelmäßig Montags stattfinden soll hier auf MOMazine.de, wird es sich dann den ganzen Tag um Themen wie MamaAlltag, MamaSein und CO. drehen. Es soll u.a. Geburtsberichte und Interviews mit SuperMOMs geben. Zum Einstieg gibt es heute meinen Geburtsbericht:

Hallo MOMs – ich bin Karen von MOMazine.de und bin im Januar zum ersten Mal MOM geworden. Natürlich kam alles anders als geplant und gewünscht, aber vorweg: Es ist nichts schlimmes passiert! Also können alle MOMtobes ruhig weiterlesen 😉

Weihnachten 2015. Meine Familie war sich sicher, dass der kleine Mann sich eher auf den Weg machen würde und ich Heiligabend in die Klinik müsste. Nichts geschah. Silvester 2015. Ich war die ganze Schwangerschaft über überzeugt, dass ich Silvester in die Klinik fahren würde. Nichts passierte. Der errechnete Termin war der 07.01.16 und wieder passierte den ganzen Tag lang nichts. Keine Vorwehen, keine Senkwehen. Nichts. Da ich das große Los „Gestationsdiabetes“ gezogen hatte durfte ich nicht viel länger übertragen und wurde am 14.01.16 eingeleitet. Schade, wollte ich doch unbedingt erleben wie es sich von Natur aus anfühlt. Außerdem hatte ich da so eine Wette laufen an welchem Ort die Fruchtblase platzt. Supermarktschlange? Zuhause? Im Restaurant? Nunja, sie platze letztlich kurz vor den Presswehen im Kreissaal… aber fangen wir ganz vorne nochmal an:

Am 14.01.16 fuhren mein Mann und ich früh morgens in die Klinik und ich bekam nach kurzer Untersuchung ein Zäpfchen zur Einleitung gelegt. Anschließend konnte ich mein Zimmer beziehen und mich einrichten. Ich hatte mich für die Geburt in einer Privatklinik in Bielefeld eingebucht und hatte ein wirklich schönes Zimmer mit Garten. Und weil ich ja ganz naiv an die Sache ranging hatte ich Unmengen an Zeitschriften eingepackt, meinen Laptop und die Kamera und ich hatte mir so überlegt, dass ich vor der Geburt und später, wenn das Baby schläft, Artikel für meinen Blog schreibe und in den Zeitschriften lesen werde. By the way: Diese Zeitschriften habe ich übrigens nie gelesen und 6 Monate später ungelesen weggeworfen! Und ich habe auch keinen einzigen Artikel für den Blog geschrieben. Lediglich ein paar Babybilder habe ich geknipst. Meine Einleitung machte sich in Form von leichtem Ziehen dann gegen Mittag das erste Mal bemerkbar. Es fühlte sich an wie leichter Regelschmerz und war sehr gut aushaltbar – aber ich wollte zu dem Zeitpunkt lieber wieder liegen und baute meinen Zeitschriftenturm vom Couchtisch um zum Bett auf den Servicewagen. Und dann ging es so langsam los. Mein Mann fuhr morgens nach der Einleitung erstmal noch zur Arbeit und wir hatten besprochen, dass ich ihn anrufe sobald es losgeht und das tat ich. Praktischerweise hatte er zu dem Zeitpunkt eh grade Feierabend machen wollen und war schon halb auf dem Weg zur Klinik. Wir aßen dann zusammen zu Mittag und anschließend sollte am frühen Nachmittag ein CTG geschrieben werden. Leider sagte das CTG rein gar nichts und ich bekam am späten Nachmittag ein zweites Zäpfchen zur Einleitung gelegt. Das Ding krachte dann so richtig ein und bescherte mir Wehen die um einiges stärker waren als die am Vormittag, aber leider bewirkten auch diese rein gar nichts am Muttermund. Und da die Wehen in meinen Rücken zogen konnte die liebe Hebamme auf dem CTG auch wieder nichts sehen und belächelte mich etwas von wegen „Jetzt schon Schmerzen? Da kommt noch einiges meine Liebe!“ Die nächsten Stunden spazierten mein Mann und ich durch die Klinik, es gab Abendbrot und motzige Worte von mir. Ich wollte irgendwann dann nochmal, dass die Hebamme nochmal den Muttermund prüfte, konnte ja nicht sein, dass sich da immer noch nichts getan habe! Und hey – wir hatten ein bis zwei Zentimeter geschafft, sagte sie. Und lächelte wieder. Und da ich nach acht Stunden blöden Wehen die nichts gebrachte hatten leicht enttäuscht und irgendwie auch erschöpft war, gab sie mir zur Entspannung und Entkrampfung zwei Spritzen. Buscopan und ein Schlafmittel. Ich schlief zwei Stunden. In der Zeit war Schichtwechsel und als ich wieder erwachte setzten die Wehen sofort wieder ein. Ich musste sie nun schon ziemlich veratmen und mein Mann rief nach ca. einer Stunde wieder nach einer Hebamme – zu dem Zeitpunkt hatte mich der Mut etwas verlassen und ich wollte nicht rumjammern und schon wieder klingeln! Hebamme Maike kam dann ziemlich schnell in mein Zimmer, stellte sich vor, wir waren sofort BFF´s und die Untersuchung ergab 8cm. Acht Zentimeter! Innerhalb einer Stunde! Daraufhin durfte ich in den Kreißsaal laufen – wofür ich Maike übrigens hasste, was ich ihr auch deutlich sagte…ich wäre lieber geschoben worden zu dem Zeitpunkt… Für den ungefähr 10 Meter weiten Weg brauchte ich 4 Wehen die im Stehen an Stühlen, Türen und Wänden hängend veratmet werden wollten. Im Kreissaal angekommen war der Wehenschmerz dann so stark, dass ich nach einem Kaiserschnitt verlangte. Den ich natürlich nicht bekam. Ein Friedensangebot war dann die PDA die ich trotz der 8cm noch bekommen durfte. Rückblickend würde ich sagen hätte ich die nicht gebraucht, den schlimmsten Teil hatte ich ja bereits ohne PDA geschafft! Aber in der Situation war sie bestimmt richtig, zumal ich dann auch nochmal 2 Stunden schlief und so dann Kraft sammeln konnte für die Presswehen. Ja und die kamen dann auch irgendwann von alleine und waren wie eine Erleichterung und ich würde schon fast sagen angenehm im Vergleich! Da ich keinen Geburtsvorbereitungskurs besucht hatte wusste ich erst allerdings nicht so richtig wo ich hinpressen sollte und brauchte ein paar Wehen zum Üben. Nach einer halben Stunde Presswehen war der Kopf dann geboren und zwei Presswehen später war unser Sohn geboren. Er war 55cm groß und 3900gr schwer. Wir blieben bestimmt zwei weitere Stunden im Kreissaal und verliebten uns jede Sekunde mehr! Ich war fast 42 Wochen schwanger und auf einmal lag er in meinen Armen – ich brauchte ein bisschen um mich daran zu gewöhnen, war aber so glücklich wie noch nie zuvor! 12 Stunden Einleitungswehen und 5 Stunden Geburt. Ich hatte es mir anders vorgestellt, aber zu dem Zeitpunkt war es mir dann total egal, denn er war endlich da, gesund und wir einfach nur überglücklich! Nach 5 Tagen wurden wir in unser Familienleben entlassen und die nächsten 6 Wochen kam Maike dann 2 mal wöchentlich für die Nachsorge zu uns nach Hause.

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