Geburtsbericht // „Am ET ging´s los und dann auch ganz schnell“

Geburtsberichte sind und bleiben spannend zu lesen – ob man nun grade selber schwanger ist, oder sein Baby bereits in den Armen hält. Ich selbst habe Unmengen an Geburtsberichten in den letzten Wochen meiner Schwangerschaft verschlungen und lese sie immer noch gerne. Montags ist auf MOMazine MOMday und da gehören natürlich u.a. Geburtsberichte dazu. Hier kommt ein besonders schöner von Tina, die vor ein paar Wochen zum zweiten Mal Mama geworden ist:

Hallo MOMs! Ich heiße Tina und berichte heute von der Geburt meiner Tochter Rosalie.
Angefangen hat alles am 14.10.2016 – dem errechneten Entbindungstermin unserer Tochter.
Als ich morgens gegen 7.30h aufstehen wollte um zu duschen, merkte ich, dass die Fruchtblase geplatzt oder wenigstens gerissen sein muss.
Ich sagte meinem Mann Lennart, der schon auf der Arbeit war, Bescheid und machte mich und unseren Sohn Marlon erst einmal fertig. Den Vormittag habe ich mit Marlon dann erst noch allein zuhause verbracht, da von einem ernsthaften Geburtsbeginn noch lange nicht die Rede war!
Gegen Mittag kam Lennart dann nach Hause. Wir haben Marlon dann zu seinen Eltern gebracht und haben uns langsam auf den Weg ins Krankenhaus gemacht.
Dort angekommen, wurde ich erstmal standartmäßig ans CTG angeschlossen und untersucht. Der Fruchtwassertest war positiv, also hieß es für mich, dass ich im Krankenhaus bleiben sollte und darauf warten musste, dass die Geburt entweder von selbst losging, oder nach spätestens 24 Stunden hätte eingeleitet werden müssen.
Der Nachmittag war ruhig, also ist Lennart am Abend nach Hause gefahren und wir haben beide versucht noch ein paar Stunden Schlaf zu bekommen.
Leider bin ich nicht richtig zum Schlafen gekommen, denn erst wurde noch ein wenig mit der Bettnachbarin gequatscht, und um 0.30h wurde ich wieder geweckt, weil mir vorsorglich ein Antibiotikum gegeben werden musste, da die Fruchtblase nun schon seit geschätzten 18 Stunden offen war. In der Zeit, ging es dann schon los, dass Wehen kamen. Mal stärker, mal schwächer und auch noch unregelmäßig. Ich meldete mich trotzdem bei der Hebamme und diese bot mir, nach einem noch recht unauffälligem CTG, Buscopan und etwas zum „besser schlafen“ an. Mit den beiden Medikamenten intus, bin ich nun also wieder auf das Zimmer zurück und kurze Zeit später ging es los, dass die Wehen nun doch regelmäßiger und schmerzhafter wurden. Gegen 4h habe ich Lennart Bescheid gegeben, dass er sich langsam auf den Weg machen könnte. Um 5h war er dann passend zum Entspannungsbad im Kreißsaal. Ich empfand das baden als wirklich angenehm, allerdings bin ich in dem warmen Wasser immer weggedämmert und die Wehen ließen auch nach. Also ging es wieder raus!
Im Vergleich zu der Geburt unseres Sohnes, waren die Wehen weniger schmerzhaft, unregelmäßiger und kürzer. Daher konnte ich überhaupt nicht einschätzen, wie weit das ganze schon fortgeschritten war und wie lange es wohl noch ungefähr dauern könnte.
Als die Hebamme gegen 8h dann sagte: „Och, das dauert noch…“ war die Motivation erst einmal kurzzeitig im Keller. Bei der Untersuchung stellte sich raus, dass Rosalie sich noch richtig mit dem Kopf drehen musste. Um sie dabei ein wenig zu unterstützen, musste ich mich auf die Seite legen und Lennart durfte während der Wehe das Becken „schütteln“ damit sie sich besser drehen kann. Die Wehen in dieser Position durch zu halten war plötzlich um einiges schmerzhafter als vorher.
Die Ansage der Hebamme war: „Das machen Sie bei 6 Wehen und dann gucken wir mal, was sich getan hat!“ Nach der 3. oder 4. Wehe in Seitenlage inklusiv des „Beckenschüttelns“ merkte ich den bekannten Druck. Lennart hat den Rufknopf gedrückt und dann ging gefühlt alles ganz schnell. Die Hebamme untersuchte kurz und ich sollte bei der nächsten Wehe mit drücken. An dem Punkt kamen die Erinnerungen an die erste Geburt hoch und ich hatte wirklich Angst vor der letzten Geburtsphase, weil ich diese einfach damals als unglaublich schmerzhaft empfunden habe. Ich war danach auch einige Zeit fest davon überzeugt, dass ich das nicht noch einmal durchmachen möchte. Ich habe damals keinerlei Schmerzmittel bekommen und hatte mich nun schon fast mit dem Gedanken an eine PDA angefreundet. Aber ich kann mit ein bisschen Stolz sagen, dass ich auch dieses Mal alles so gemeistert hab und ich diese Geburt definitiv anders und viel intensiver wahrgenommen habe. Ich habe versucht auf Dinge zu achten, an die ich mich bei Marlon´s Geburt nur wenig oder überhaupt nicht erinnern konnte. Ich habe es z.B. gewagt, einen schnellen Blick über den Bauch nach unten zu werfen, als der Kopf geboren war – es war dieses Mal einfach ein Gefühl der puren Erleichterung und auch überhaupt nicht so befremdlich, wie ich es vorher immer gedacht habe. Letztlich hat es insgesamt nur 3 Presswehen gedauert und unsere kleine Rosalie war um 09.09h am 15.10.2016 endlich da! Ich war einfach nur unendlich froh, dass sie nun da war und vollkommen gesund ist!
Weil es Rosalie und mir so gut ging, sind wir direkt am selben Tag noch abends wieder nach Hause gefahren. Noch ein kleines Highlight, denn eine ambulante Geburt hätte ich mir lange Zeit gar nicht vorstellen können. Es war für uns auf jeden Fall eine schöne Geburt und auch die richtige Entscheidung!
Ist das nicht toll? Es ging am errechneten Termin los und entwickelte sich zu einer schnellen, ambulanten Geburt – wir wünschen euch alles Liebe und Gute und eine wunderschöne Kennenlernzeit! Die liebe Tina findet ihr übrigens auch auf Instagram wo sie von ihrem MamaAlltag berichtet und ihre handgefertigten Wolken-Spieluhren vorstellt!

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